Das Gegenkonzept
Kreative Ideengeberinnen, die anregen, wie Mode tagtäglich gelebt und getragen werden könnte. Das wollen Sabine Portenier und Evelyne Roth sein. Statt auf halbjährlich erneuerte Kreationen setzen sie auf Ganzjahreskollektionen, die mit verschiedenen Schwerpunkten jede Saison abdecken und sich problemlos untereinander kombinieren lassen. Was dabei entsteht, ist im Handwerk regional verwurzelt, in Umsetzung und Ausrichtung international gehalten, bei Bedarf jederzeit nachproduzierbar und soll die Trägerin zum lustvollen Spiel mit Kombinationen und Variationen verführen. Die Silhouetten funktionieren denn auch in Einzelteilen und Gesamtbild gleichermassen, immer darauf bedacht, die Protagonistin modern und zeitlos anmutend durch den Tag gehen zu lassen.
Ebenso wandlungsfähig und selbstbewusst das Verkaufskonzept. Wer bevorzugt am Ursprungsort der Kleider einkauft, besucht in Thun den an die neu eröffnete Produktionsstätte angrenzenden Manufakturladen. Für alle anderen laden die Designerinnen weiterhin in regelmässigen Abständen zum «Flying Fashion Store», verlegen den temporären Concept Store jedoch in wechselnde Städte und Regionen. Hier wie da gehen die eigenen Kollektionen Hand in Hand mit Arbeiten verschiedener (Mode)-Gäste. Damit das Spiel mit der Komposition noch vielfältiger wird.
CROISIÈRE 11
Sabine Porteniers und Evelyne Roths Kollektionen sind Liebeserklärungen an die Frau mit all ihren Kurven und Nicht-Kurven, einhergehend mit einem Gefühl von Freiheit und einer gewissen Selbstverständlichkeit.
Für Croisière 11 haben Sabine Portenier und Evelyne Roth aufbauend auf drei Grundschnitten 25 Looks entworfen. Vorne und hinten allesamt einem klaren geometrischen Bild verschrieben, gewähren sie an den Seiten Raum, ebendieses aufzubrechen und mit Volumen zu spielen. Statt die Teile zu füttern und sie damit der warmen Saison zu entziehen, machen die Designerinnen das Futter zum jeweils nächsten Kleidungsstück und kreieren so eine Kollektion, die mannigfaltige individuelle Variationen und Kombinationen zulässt und in unterschiedlichen Zusammensetzungen ganzjährig funktioniert. So treffen bunt gemusterte Strickoberteile auf leichte Hosen in Unifarben und Röcke aus gelochtem Leder, Seidenblusen gehen Hand in Hand mit Minis aus grobem Mantelstoff, Overalls wiederum zeigen sich solo tief ausgeschnitten und hochsommerlich, halten jedoch mit entsprechendem Untendrunter im Handumdrehen jeder Herbstbrise stand.

